Logo SG Gmünd14. Staufer-Open

Der 18-jährige russische Amateur Vitaly Kunin gewinnt 14. Staufer-Open

Titelträgern das Fürchten gelehrt

(re) - Vitaly Kunin heißt der Überraschungssieger der 14. Staufer-Open im Schach. Der 18-jährige russische Fide-Meister wurde gestern im Hauptturnier nach neun Runden Wertungssieger. Fünf weitere Spieler holten 7,5 Punkte, darunter die drei favorisierten Großmeister. Insgesamt machten 509 Teilnehmer bei den drei Turnieren im Stadtgarten mit.
 
Für Kunin war es das erste Schachturnier in Deutschland. Vorigen Herbst kam er mit seiner Familie aus Moskau in die Darmstädter Gegend. Er hatte bereits mit vier Jahren angefangen Schach zu spielen, mit acht war er russischer Jugendmeister. "Ich verdiene noch kein Geld" - eine Karriere als Schachprofi peilt der 18-Jährige nicht an, seine Familie will ihn zum Studieren schicken. Kunin verlor in Gmünd nur die siebte Runde gegen den weißrussischen Großmeister (GM) Victor Kuprejchik. "Er hat eine Neuerung in der Eröffnung gebracht. Ich hatte in verdächtiger Position keine Zeit mehr."
 
Gestern remisierte Kunin in der Schlussrunde nach zehn Zügen gegen die Nummer eins der Setzliste, Großmeister (GM) Normunds Miezis. Der lettische Nationalspieler wurde nach Wertung Zweiter vor Kuprejchik. Platz vier belegte der Internationale Meister (IM) Dimitrij Bunzmann, der für Stuttgart in der Bundesliga spielt, Platz fünf holte GM Sergej Kalinitschew (Berlin-Kreuzberg).
 
Nach fünf Auftakt-Siegen hatte sich auch der Ex-Gmünder IM Frank Zeller Chancen ausgerechnet. Doch aus den restlichen vier Partien holte er nur 1,5 Punkte und war schwer enttäuscht. Die sechste Runde hatte er gegen Kunin verloren. "Ich stand immer etwas besser, wollte aber kein Remis", ärgerte sich Zeller. Auch Kunin meinte: "Ich dachte, ich würde verlieren." Doch in Zeitnot manövrierte er Zeller aus, der darauf noch gegen den Ulmer Fide-Meister Arnd Müller verlor. Nach einem Unentschieden gegen das 13-jährige Nachwuchstalent Arik Braun aus Backnang waren Zellers Ambitionen weg. "Der spielte so schnell und entschlossen. Ich bin vier Stunden lang ununterbrochen am Brett gesessen."
 
Bester Gmünder wurde mit sechs Punkten Andreas Weiß. Weiß war mit Platz 36 zufrieden, schließlich hat er gegen drei Titelträger gespielt. Gegen zwei IM verlor er, dabei stand er gegen IM Thorsten-Michael Haub aus Nordrhein Westfalen gut. "Richtung Gewinn, ich habe aber die entscheidende Idee nicht gesehen", so Weiß. Gestern hielt er gegen den Stuttgarter FM Steffen Birk Unentschieden. "Ich stand länger schlechter als er."
 
Platz 76 mit 5,5 Punkten belegte Ekkehard Fochtler. "Nach der Niederlage in der sechsten Runde war die Luft raus." Gegen den ukrainischen IM Vladimir Okhotnik verlor er ein Springerendspiel, das viele Zuschauer trotz eines Minusbauern für Unentschieden hielten.
 
Gmünd holte Platz vier in der Mannschaftswertung, die Stuttgart vor Ulm und Bebenhausen gewann. Die Damenwertung ging an Sidonia Buchele (SSG Fils-Lauter), die 5,5 Punkte erspielte. Bester Senior war Werner Szenetra aus Rastatt (6). Bei den Schülern gewann Arik Braun aus Backnang mit 6,5 Punkten. Die Jugendwertung holte Hannes Rau (Tamm) mit 6,5 Zählern.
 
Erfolgreichste Schachspieler aus dem Bezirk Ostalb wurden die Ellwanger Rene Wörlein (5,5) und Matthias Lenz (5). Beste Bezirkspieler mit einer DWZ-Rating unter 1700 sind der vereinslose Obergröninger Helmut Müller (5) und Alexander Fritz vom SC Leinzell (4,5). Bei den Spielern mit DWZ unter 1600 wurde der 16-jährige Nachwuchsspieler Michael Kania von der SG Gmünd mit 4,5 Punkten Zweiter. Mit Stanislav Galicek, Viktor Haner und Max Angstenberger holte Kania auch den Preis für die beste Jugendmannschaft, Platz zwei belegte hier Bettringen mit Alexander Deutsch, Erich Neumeier, Martin Fuchs und Vito Baccellieri.
 
Beim 8. Seniorenopen lagen gestern Mittag drei Spieler mit je fünf Punkten aus sechs Runden vorn. Nach Wertung führte der auf Platz 16 gesetzte Rudolf Sielaff aus Waiblingen vor Heinz Rettler (Taunusstein) und Alfred Kotlar (Recklinghausen). Ewald Schäfer von der SG Gmünd lag unter sieben Verfolgern mit 4,5 Punkten auf Platz sieben. Die Überraschung der sechsten Runde: Der fast 80-Jährige "Nestor" (so heißen die Ältesten beim Seniorenopen) Josef Ladstetter aus Heidelberg bezwang den auf Platz eins gesetzten Siegfried Gelzenleichter aus Bayern. Die Senioren spielen noch bis Dienstag.

 
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