SCHACH: 357 spielen bei d en 1 5. Staufer-Open im Hauptturnier

Der Erfolg hat viele Faktoren

„Außergewöhnliche Dauerleistung“ der Organisatoren / Vier Großmeister sind die Favoriten

SCHWÄBISCH GMÜND. So viele haben seit dem Rekordjahr 1998 nicht mehr mitgemacht: 357 Schachspieler/innen aus 13 Nationen, darunter vier Großmeister, sitzen seit Donnerstagvormittag im Kulturzentrum „Stadtgarten“ beim   15. Staufer-Open in Schwäbisch Gmünd an den Brettern. Weitere 98 machen beim neunten Seniorenturnier mit.

Im Hochsommer gab es die erste Anmeldung. Trotzdem staunte Organisationsleiter Wernfried Tannhäuser über den Teilnehmeranstieg. „Da haben verschiedene Faktoren zusammengepasst“ – allen voran die Räumlichkeiten. „Das Ambiente ist nach wie vor Zugpferd Nummer eins“, so Tannhäuser.

Im Zeichen des Schach

„Der Jahreswechsel in Schwäbisch Gmünd steht immer ganz im Zeichen des Schachs“, freute sich Kulturbürgermeister Joachim Bläse zur Begrüßung in der Schachhochburg. Der württembergische Schachverbands-Präsident Hanno Dürr lobte das internationale Renommee des Turniers. Das Staufer-Open sei eine „außergewöhnliche Dauerleistung“ von „Mentor“ Tannhäuser, an den Dürr eine Ehrenurkunde des Deutschen Schachbunds verlieh.

Die Spitze ist heuer stark wie selten zuvor. Zu den Favoriten im neunrundigen Hauptturnier gehören vier Großmeister (GM). Die Setzliste führt der lettische GM Edvins Kengis an, der für Köln-Porz in der Schach-Bundesliga spielt. Knapp dahinter rangiert der russische GM Vladimir Burmakin. Gute Chancen auf den 1500-Euro-Siegerscheck haben auch die 13 Internationalen Meister im Feld, darunter Vorjahressieger IM Vitaly Kunin (der gebürtige Russe spielt mittlerweile im hessischen Schachverband) und IM Karl-Heinz Podzielny aus Recklinghausen, der im Jahr 2000 gewann.

Finnland bis Ukraine

Auch in diesem Jahr starten württembergische Spitzenleute aus dem Stuttgarter Raum. Darunter rangiert der Stuttgarter Bundesliga-Mann IM Dimitrij Bunzmann auf Platz fünf der Setzliste. Die Teilnehmer des Hauptturniers kommen aus 13 Nationen. Aus dem Osten starten sie bis aus der Ukraine, von Norden kam einer sogar aus Finnland. Torvald Perman ist Amateur, der pensionierte Lehrer fliegt im Jahr zu drei bis vier Schach-Open. In Gmünd spielt er bereits das dritte Mal mit, diesmal ist er vom Züricher Weihnachtsopen angereist.

Zwei der 357 Teilnehmer haben alle bisherigen 15 Turniere durchgehalten:  Ralf Puchas aus Möglingen und Werner Matz aus Plüderhausen. Was ist der Reiz, jedes Jahr mitzuspielen?„Die Atmosphäre, das Ambiente – und man trifft die Leute, die man seit Jahren kennt“, meinte Werner Matz. Er hat im Lauf der Jahre beim Staufer-Open gegen einige Titelträger gespielt. Einmal schlug er sogar einen ukrainischen IM. „Das ist bestimmt fünf Jahre her“ – und blieb im Gedächtnis.

Großes Einzugsgebiet

98 Teilnehmer wie schon im Vorjahr hat das neunte Seniorenturnier. Die Spitze ist diesmal allerdings stärker, sagt Organisator Martin Miller. Turnierfavorit ist der bayerische Fide-Meister Ralf Scheipl, laut Miller „der stärkste Senior, der jemals beim Staufer-Open mitgespielt hat.“ Scheipl ist mehrfacher Landesmeister der Aktiven und der Senioren. Zweiter der Setzliste ist der Stuttgarter Oberligist Hartmut Schmid. Das Einzugsgebiet hat sich auch bei den Senioren vergrößert. 25 spielen aus der Region mit, darunter ist Werner Frank als bester Gmünder auf Platz neun gesetzt. Weitere 36 Spieler sind aus den Schachverbänden Baden und Württemberg gestartet. Der Rest kommt von weiter her, einer sogar aus Belgien. Ältester Teilnehmer ist der 82-jährige Georg Tochtermann.

Die Senioren haben am Donnerstag ihre ersten Züge im Hans-Baldung-Grien-Saal gemacht, sie haben für ihre neun Runden Zeit bis Mittwoch, 8. Januar. Das Hauptturnier dauert bis Dreikönig um 15 Uhr. Heute bis Sonntag beginnen die Runden täglich um neun und 16 Uhr, der Eintritt für Zuschauer ist frei.

Mit dem achten Kinderturnier am Samstag, 4. Januar um 15 Uhr erwartet Ausrichter SG Schwäbische Gmünd dieses Jahr weit über 500 Teilnehmern an den drei Wettbewerben des Schachfestivals.                                                                                             (re)

(Zur weiteren Berichterstattung: Die Ergebnisse werden auf dieser Homepage täglich aktualisiert. Die Presseberichte können nach Turnierende mit dem  Gesamt-Bulletin und zahlreichen Turnier-Fotos auf CD-Rom bei der SG Schwäbisch Gmünd angefordert werden, der Unkostenbeitrag beträgt 7 Euro .)