Internationale Resonanz im Vorfeld des 15. Staufer-Open

Der Schwung kam zu den Feiertagen

 

SCHWÄBISCH GMÜND. Am 2. Januar beginnt das 15. Staufer-Open im Tagungszentrum „Stadtgarten“.   Die Organisatoren des Schachfestivals erwarten wieder um die 500 Amateure und ein Dutzend Profis in drei Wettbewerben. Fürs Hauptfeld haben bisher vier Großmeister zugesagt.

Keine Extras für die Profis, daran hält Ausrichter SG Schwäbisch Gmünd fest. Die besten Titelträger bekommen freie Unterkunft, Antrittsgelder bleiben in Gmünd verpönt. „So haben auch hiesige Bundesliga- und Oberliga-Leute eine Chance“, sagt Organisationsleiter Wernfried Tannhäuser. „Obwohl die Konkurrenz-Turniere wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, hoffen wir auf die 300 im Hauptfeld.“ Mit dem eintägigen Kinderturnier am Samstag, 4. Januar, könnten so wie jeden Januar seit 1998 mehr als 500 Schachspieler/innen in drei Turnieren an den Brettern sitzen.

Späte Voranmeldungen

Auf den letzten Drücker sind die Voranmeldungen eingetrudelt. Bis jetzt haben 165 fürs neunrundige Hauptturnier gemeldet, 75 zum Senioren-Open. Das sind jeweils etwa zehn weniger als im Vorjahr – damals hatten dann 319 im Hauptfeld und 98 bei den Senioren mitgemacht. „Da wird diesmal nicht viel fehlen“, so Gerhard Friedrich, Kassier der ausrichtenden SG Schwäbisch Gmünd.. Meldeschluss ist am 2. Januar um neun Uhr, eine Stunde vor dem Turnierbeginn.

Die 15. Auflage

Heuer feiert das Festival - mit Deutscher-Schachbund-Ehrenurkunde für Organisator Tannhäuser – die 15. Auflage. Tannhäusers Devise: „Wir wollen die Schachfamilie wieder zusammenkriegen“. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer spielte bisher mehrere Male in Schwäbisch Gmünd mit. „Manche entschuldigen sich, wenn sie ein Jahr fehlen.“ Das Turnier ist wieder international gefragt. Drei Großmeister haben schon zugesagt: der Russe Vladimir Burmakin, Aloyzas Kveinys aus Litauen und der Wahl-Österreicher Ilija Balinov. Außerdem wollen drei Frauen-Großmeisterinnen das Spitzenfeld aufmischen: Dagne Ciuksyte aus Litauen, Inna Gaponenko aus der Ukraine (sie ist die Nummer 34 der Damen-Weltrangliste) und Inna Romanowa aus Bulgarien. Schach gilt als eine Männerdomäne, der Weltschachbund „Fide“ vergibt die internationalen Frauen-Titel in einem separaten Qualifikationsmodus.

Bisher sieben IM

Chancen auf den 1500-Euro-Siegerscheck rechnen sich auch Internationale Meister (IM) aus. Sieben haben bisher gemeldet, darunter der Stuttgarter Bundesligist Dimitrij Bunzmann und Karlheinz-Podzielny aus Recklinghausen, der das Open 2000 gewonnen hat. Auch Vorjahressieger IM Vitaly Kunin will antreten, der hessische Amateur ist die Nummer 55 der deutschen Rangliste. Im vorderen Mittelfeld erwarten die Veranstalter wieder Bundesliga- und Zweitligaspieler aus dem Stuttgarter Raum. Aus der Schwäbisch Gmünder Verbandsliga-Mannschaft sind IM Josef Jurek und Andreas Weiß dabei. Verbandsligisten erwartet die SG Gmünd auch aus Leinzell, Ellwangen und Crailsheim, dazu Landesliga-Spieler aus Grunbach, Schorndorf, Heubach und Spraitbach.

Bis aus den Niederlanden

Der Schachverband Württemberg empfiehlt das Gmünder Festival seinem Kader-Nachwuchs, so starten Top-Jugendliche wie der Backnanger Verbandsliga-Spitzenspieler Arik Braun. Ostalb-Jugendliche starten aus Hochburgen wie Leinzell, Alfdorf, Ober- und Unterkochen. Erstmals schickt die Bremer Schachjugend eine achtköpfige Delegation, und die Amateure reisen jetzt bis aus den Niederlanden an.

Billige Betten

Nicht zuletzt bei den Nachwuchsleute sind Billig-Unterkünfte gefragt. 40 Betten waren das Minimum, „ich könnte noch einmal so viele unterbringen“, stöhnt Tannhäuser. Mangels Jugendherberge waren die Organisatoren auf die Finanzschule auf dem ehemaligen ABG-Gelände ausgewichen. Dort wird heuer bis knapp am Turnier saniert. Mit Hilfe des Gmünder Kulturbürgermeisters Joachim Bläse bekam der Verein dort dennoch seine 40 Schlafplätze. Das Gmünder Hochbauamt schickte extra eine Unbedenklichkeitserklärung. Weitere 20 Spieler können in der früheren University of Maryland übernachten. Dort haben bloß noch Decken und Kopfkissen gefehlt, sagt Organisator Tannhäuser.

Freunde und Ambiente

 „Das Turnier, bei dem man Freunde trifft“, so die Eigenwerbung, setzt wieder auf Ambiente und Service im Stadtgarten. Das Hauptturnier beginnt Donnerstag, 2. Januar, um zehn Uhr, Meldeschluss ist eine Stunde vorher. Bis Montag, 6. Januar spielen die Teilnehmer neun Runden über maximal fünf Stunden. Der Computer lost jeweils Spieler mit gleichem Score gegeneinander. Im Preistopf sind mehr als 7500 Euro, die Rating-Preise für niederklassige Spieler wurden aufgestockt. Die Siegerehrung ist an Dreikönig um 15 Uhr.

Senioren bundesweit

Die Senioren (Frauen über 55, Männer über 60 Jahre) beginnen am 2. Januar um 14 Uhr. Für sie geht es um Wertungspunkte für den Deutschland-Cup und um Sachpreise. Sie tragen nur an zwei Tagen Doppelrunden aus, der Sieger steht Mittwoch, 8. Januar um 15 Uhr fest. „Da wird mit viel Einsatz gekämpft, aber die nehmen das lockerer“, sagt Organisator Martin Miller. Fast ein Dutzend Spieler mit Bundesliga-Erfahrung hätten zugesagt. Darunter Spitzenleute des württembergischen Seniorenmeisters Stuttgarter SF und Vorjahressieger Ferdinand Niebling (Frankfurt-West). Miller hat Anfragen von Berlin bis aus dem Fränkischen. Aus der Region erwartet er ein Fünftel der Teilnehmer, chancenreichster Gmünder ist für ihn Werner Frank.

Bewährtes Team

Martin Miller übergibt gegen Ende des neunten Seniorenopen den Organisatoren-Stab an seinen Vereinskollegen Dieter Greil. „Ich bin jetzt in dem Alter, wo’s anstrengt“, sagt der 75-Jährige. Ansonsten setzt die SG Gmünd auf das bewährte Team. Schiedsrichter Ole Wartlick wird von Dietmar Siegert aus Heidenheim unterstützt. Siegert leitet das achte Kinderturnier. Dabei spielen am Samstag, 4. Januar von zehn bis 16 Uhr unter 14-jährige Nachwuchsleute im Stadtgartenfoyer 20-Minuten-Partien. Sie kämpfen in vier Altersgruppen um Sachpreise und Punkte für den württembergischen Jugend-Grand-Prix.                                                      (re)